Revolution Eve – A Purple Sky – Alveole – Das Rind – 26.11.2021

Revolution Eve – Release “Life” im Rind, Rüsselsheim

Support: A Purple Sky – Alveole

 

Hups… da geht das Jahr zu Ende und noch nicht alle Berichte sind geschrieben. Dabei war doch leider gar nicht so viel los an Konzerten.

Nun ja. Zu Ende ist das Jahr noch nicht ganz und somit hat auch ein Nachtrag seine Berechtigung, alleine schon, weil es eine Release-Party war, die es dieses Jahr eben auch sehr selten live gegeben hat.

Revolution Eve, den Kennern der Szene schon bekannt seit sie sich 2012 gründeten, feierten im Rind in Rüsselsheim (ja, genau, DAS Rüsselsheim, die Opel-Stadt) die Release-Party ihres neuen Albums „Life“, wobei der erste Song bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde. Mit dabei die Bands Alveole und A Purple Sky, die den Release-Auftritt „umrahmten“, was sich schon mal nach einem langen, abwechslungsreichen Abend anhörte und im Nachhinein auch war.

„Ab-Wechslung“ gab es auch beim Schlagzeug von Revolution Eve. Nikke verlässt die Band, um nach Kalifornien zurückzugehen und war beim Release leider auch schon nicht mehr dabei. Nun verstärkt jemand aus dem männlichen Lager die Band: a heartly welcome to Lothar Weise. Die Dinge überschlagen sich. War er beim Konzert noch „Aushilfe“, wurde er nun sogar als dauerhafter Percussion-Buden-Bediener vorgestellt.

 

Aber mal zum Anfang. Den machten A Purple Sky, bestehend aus der Frontfrau Marliina, Gitarrist Shawn, Bassist Dänzel und für diesen Abend als Gastschlagzeuger Jonathan Mehlhart, bekannt durch die Band Mein Kopf ist ein brutaler Ort und somit in voller Auftrittsbesetzung. Endlich konnten sie die Songs aus ihrem Debütalbum „Journey Pt. I“ live spielen, denn wie in den letzten zwei Jahren kam ja immer wieder bei Projekten ein Virus dazwischen. So steht inzwischen schon das zweite Album „Journey Pt. II“ in den Startlöchern, auch über Crowdfounding finanziert. Also… unterstützt die Bands. Das gilt für alle genannten. Kauft Merch, sorgt für mehr Likes und Abonnenten und vielleicht beteiligt sich ja auch der ein oder andere finanziell an den kreativen Projekten. Verdient haben sie das allemal.

Sie sagen über sich selbst, dass sie Wert auf Authentizität legen. Alles echt, live soll klingen wie im Studio (oder umgekehrt), was auch definitiv keine leere Aussage ist, denn das haben sie bewiesen. Unglaublich kreative Menschen, die da auf der Bühne stehen, vielfältig, was sich in der Selbst-Bezeichnung „Alternative Rock“ nicht zusammenfassen lässt. Man darf sie auch live erleben, denn dann kommen eben auch die visuellen Video-Einspieler, bzw. Begleitfilme in voller Größe zur Geltung. Wer sie (noch) nicht live erleben kann, geht auf ihre Seiten und holt sich die visuellen, künstlerischen, liebevollen umgesetzten Stücke per Video, per CD, egal. Schaut es Euch an. Ein Beispiel, wie „verrückt“, kreativ die Umsetzung von Ideen ist, ist alleine schon im Unterwasservideo (richtig gelesen) von Marliina zum Soloprojekt „From Another World“ zu sehen. Und dies alles eigenfinanziert, ohne Label, handgemacht und mit dem Motto „Wir lieben, was wir tun, wir lieben das Leben, welches wir uns erschaffen“. Word.

Ach… ich sollte ja was über den Auftritt schreiben… ach nö… erlebt A Purple Sky selber. An einem einzigen Auftritt selbst lässt sich die Band nicht beschreiben.

 

Danach erschienen Revolution Eve, auch mit einer ausgebildeten Sängerin, Diana, auf der Bühne und wieder ging die Post ab. Mit einem schönen Intro ging es auch direkt in die Vollen mit Stücken aus dem neuen Album „Life“, das durch die Virus-Zeit auch eine besondere Wort-Bedeutung bekommt, die durchaus beabsichtigt ist. Denn der geneigte Zuhörer hat sicherlich die intelligenten Texte verstanden. Aber nicht nur Stücke von „Life“ wurden gespielt, sondern auch Stücke vom Vorgänger-Album „Pandora“ und ein sehr cooles Skun Anansie-Cover, eines der Lieblingslieder der Band. Melodiöser Alternative Rock beschreibt das, was da auf der Bühne auf einen zukommt, auch nicht so ganz. Die Vielfältigkeit ist vorherrschend sauber, druckvoll die Riffs, dröhnend der Druck der Gitarren, die Professionalität der einzelnen Musikerinnen in jedem einzelnen Stück. Nicht umsonst ist die Band schon die Opener Band von bekannten Bands, wie Evanescene oder Doro Pesch gewesen.

Die starke Stimme von Diana, die explosive Show und eine ungewöhnliche „Unterbrechung“ durch ein sensationelles Musik-Tanz-Video, das direkt in den Liveauftritt integriert wurde, sorgen für gute Stimmung im doch leider recht beschaulich gefüllten Rind, völlig unverdient, denn wenn man so viel geballte Kunst und Qualität auf der Bühne geboten bekommt, was ja gerade immer noch selten ist, hätte es doch mehr Zuspruch geben müssen. Frauenpower pur auf der Bühne. Das ist eine Release-Party vom Feinsten, die da geboten wurde.

Setlist:

  1. Intro
  2. To The Limit (Life)
  3. Babylon (Life)
  4. Perfect Bitch (Pandora)
  5. Monster (Life)
  6. Old Proud Mary (Life)
  7. Age of Depression (Life)
  8. Life (Life)
  9. Girl With the Candlebox (Pandora)
  10. Caught (Pandora)
  11. Charly Big Potatoe (Skunk Anansie Cover)
  12. Frozen in Time (Arise)
  13. Savior (Life) / Devide by Zero (Pandora)
  14. Pretty Knock Out (Pandora)

 

Und als hätte man nicht schon genug Action auf der Bühne gehabt, blieb keine Zeit zum Durchatmen, sondern es ging nach einer kurzen Umbaupause direkt in der Qualität und der Power mit Alveole weiter. Aus Nürnberg kommend hatten sie bereits im August im dortigen Hirsch einen Live-Auftritt, bevor sie nun hier im Rind als Support gelandet sind. Silvia, die Frontfrau, spielt mit dem Publikum, einmal mehr Rampensau, einmal mehr Diva. Auf alle Fälle ist Anschnallen angesagt, denn die Lungenbläschen laufen auf Hochtouren. Die Energie, die da von der Bühne kommt, lässt das Publikum mittanzen, mithüpfen und saugt aus dem Publikum noch den letzten Rest Energie.

 

Besser hätte der Abend nicht gestaltet werden können. Alles dabei, was das ausgehungerte Live-Konzert-Herz vermisst hat, bis auf das Bad in der Menge, das eben Virus-bedingt ausfällt, welches ebenso für wenig Publikum gesorgt hat. Schade, wer nicht dabei war, hat definitiv viel verpasst. Vielleicht (oder besser hoffentlich) kommen die Bands in genau dieser Kombi doch nochmal irgendwo gemeinsam auf die Bühne. Das ist geballte Power hoch drei, wobei die einzelnen Bands ja auch schon alleine Hallen füllen können.

 

 

 

 

Über Patrick Süß 11 Artikel
- Photographiere Konzerte seit 2012 - Musikrichtungen: Iron Maiden-Fan seit 1982, Epica, WT, Nightwish, Avatar, aus der Region Pentarium und alles was rockt. - Stammgast beim Flörsheimer Open-Air und beim Hexentanzfestival Losheim am See - Seit November 2020 bei Dark-Art - Wer mehr wissen möchte... einfach fragen.

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