Review: Moonspell – The Butterfly Effect (Re-Release)

Veröffentlichungsdatum: 7. August 2020
Label: Napalm Records
Genre: Gothic/Dark/Industrial Metal
Spieldauer: 57:24
Tracklist:
  1. Soulsick
  2. Butterfly FX
  3. Can’t bee
  4. Lustmord
  5. Selfabuse
  6. I am the eternal spectator
  7. Solitary vice
  8. Disappear here
  9. Adaptables
  10. Angelizer
  11. Tired
  12. K

Gegen Mitte und Ende der 1990er wagten zahlreiche Vertreter der damaligen Düstermetal-Szene den Sprung in experimentellere und weniger harte Sounds, so auch Moonspell aus Portugal.

Ursprünglich als Black Metal Band gegründet, entwickelten Moonspell ihre Richtung rasch zu einem definitiv unverkennbaren Mix aus Gothic, Doom und weiteren situativ eingesetzten Schwarzmetall Elementen. Stilprägend waren und sind weiterhin Fernando Ribeiros Vocals, die eine Bandbreite an gutturalen und sowohl auch cleanen Facetten präsentieren. Ich persönlich bin ja ein großer Fan des Gesangs, allein wegen des charismatischen Akzents, gerade der anfänglichen Werke. Es verwundert mich also nicht, dass die Formation ihren verdienten Anklang zur damaligen Zeit bekam, nur um mal einige Meisterwerke wie „Alma Mater“, „Vampiria“ oder „Full Moon Madness“ zu erwähnen.

Nach dem immensen Erfolg von „Irreligious“ im Jahre 1997, war es nun fast schon ein wenig vorhersehbar, dass die Band zwei Jahre später mit „The Butterfly Effect“ ihren Kurs kurzfristig änderte.

Das Album entspricht meines Erachtens nach komplett dem einstigen Zeitgeist. Ende der 90er war es en vogue elektronische Elemente in den Metal mit einfließen zu lassen, viele Songs wurden gewollt groovig, minimalistisch und weniger auf Pompösität arrangiert. Einflüsse der neu aufstrebenden, kultigen Idole wie z.B. „Marilyn Manson“ und „Rob Zombie“ sind auf diesem Soundtrack nicht zu überhören.

Musikalisch betrachtet passiert auf „The Butterfly Effect“ unheimlich viel. Moonspell vermischen dort Zutaten aus dem Gothic Rock, dem aufkeimenden Nu Metal, Industrial Rock sowie vereinzelte Black und Doom Elemente. Die Songs sind alle weitestgehend im Mid-Tempo gehalten, es existieren wenig bis keine herausragenden Melodien und auch gesanglich wird durch hauptsächlich klare Vocals und vereinzelte „Spoken Parts“, die hypnotisierende Wirkung der Stücke unterstützt.

„The Butterfly Effect“ ist definitiv kein Album, das zum permanenten Headbangen auffordern soll. Tatsächlich fällt es schwer, Anspieltipps zu nennen, da die Songs alle in sich ähnlich strukturiert sind und ihre atmosphärische Wirkung am Besten in Dauerschleife entfalten. Zu erwähnen sind dennoch der Opener „Soulsick“ sowie das catchige „I am the eternal spectator“, deren Refrains mich sehr stark an Paradise Lost’s Veröffentlichungen zur gleichen Zeit erinnern.

Das Re-Release präsentiert uns im Übrigen ein neues Artwork und zwei Remixe der Songs „Angelizer“ und „Lustmord“ von Pedro Paixao.

Abschließend kann gesagt werden, dass „The Butterfly Effect“ damals wie heute ein unkonventionelles Album verkörpert und darüber hinaus auch als Erst-Release im Jahre 2020 noch zu Diskussionen über sogenannte „Trueness“ führen würde. Meiner Ansicht nach führt ein solches Ausreißerwerk oft zu neuer Kreativität und einem letztendlich doch hörbaren roten Faden, der sich bei Moonspells weiteren Releases noch deutlich bemerkbar macht.

Zu empfehlen ist das Album übrigens zweifellos an einem entspannten Abend in der Badewanne.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*