Review: Kalt Vindur – …and nothing is Endless

Erscheinungsdatum: 07.08.2020
Label: Witching Hour Productions
Genre: Progressive Black/Tech. Doom Death Metal
Spieldauer: 34:50 Minuten

Tracklist:

  1. Solar Cross
  2. Inner War
  3. The Blind Sin Hunter
  4. Eyes Ov Gods
  5. Dirty Yields
  6. Red Glow
  7. and Nothing Is Endless
  8. Golden Age
  9. Crescent Moon Of Chors

3 Jahre nach Erscheinen ihres Debutalbums „Delusions“ im Jahre 2017 legten uns die polnischen Progressive Technical Doom Death-Black Metaller (ich liebe Genrebezeichnungen… nicht) von Kalt Vindur letztes Jahr im August ihre zweite Scheibe vor, die unter dem Banner von Witching Hour Productions erschienen ist.
Wenn etwas unter dem Banner „Doom“ veröffentlicht wird, rechnet man schon im Vorfeld insgeheim mit einem ellenlangen und tonnenschweren Tonepos, womit man bei Kalt Vindur aber an der falschen Adresse ist. Zwar haben die Polen auch durchaus drückende und schwere in ihren Songs mitschwingen, pressen aber auf …and Nothing is Endless 9 Songs auf knapp 35 Minuten.
Durch die stark progressive Einfärbung und dem damit verbundenen ständigen Schlagabtausch der verschiedenen Stile innerhalb der Songs wirkt das Album aber durchaus länger als es in Wirklichkeit ist. Das ist nicht negativ gemeint, sondern lediglich dem Empfinden geschuldet, weil man in dieser Zeit so viel zum verarbeiten serviert bekommt.

Das Album eröffnet man mit dem sehr ruhigen und atmosphärischen Solar Cross, bevor Inner War ohne lange Umschweife sofort zur Attacke bläßt. Tobende Blast Beats, sägende Gitarren und aggressives Gekeife allerbester Marduk-Manier knallen aus den Boxen, bis der Song dann eine fast schon melodiöse und groovige Färbung bekommt, die sich aber immer wieder mit der Aggression einen erbarmungslosen Kampf liefert. Eine stimmungsvolle Akustikgitarre kündigt uns den Blind Sin Hunter an, der uns mit einem mächtigen Schlag von den Füßen fegt und uns in Raserei mit sich trägt. Größtenteils im mittleren Geschwindigkeitsbereich angesetzt, entführt uns das eher schwer und melancholisch anmutende Eyes ov Gods auf einen abwechslungsreichen Traumtrip und führt uns schießlich zum schmetternden Dirty Yields in dem wir unseren dreckigen Ertrag in Form einer kraftvollen, drückenden Tonschlacht ernten sollen. Sehr progressiv und zerfahren geht es dann bei Red Glow zur Sache, ein Track der sich wieder auf technisch anspruchsvollem Niveau bewegt.
An siebter Stelle wartet dann der Titeltrack des Albums …and Nothing is Endless auf uns, der vor Energie und Agression geradezu am Bersten zu sein scheint. Besonders die Arbeit von Ex Desecration Sänger Wojciech Kozub und Szymon Hadała, dem Mann am Bass möchte ich hier hervorheben. Nahezu groovig aber mit gehörig Geschwindigkeit windet sich dann Golden Age durch unsere Gehörgänge und weiß mit Einsatz des ein oder anderen Details zu gefallen.
Mit einem stimmungsvollen und atmosphärischen Outro namens Crescent Moon of Chors wird ein durchaus stabiles und abwechslungsreiches Werk abgeschlossen, das im Regnat Audio Studio in Cieklin von Piotr Krygowski aufgenommen und von Krzysztof Kokosinski mit einer drückenden und modernen Produktion versehen wurde und somit den Boden ordentlich zum vibrieren bringen kann.
Durch die progressive Prägung des Werks wird sich die Vielschichtigkeit der Kompositionen vermutlich nicht auf den erster Hördurchlauf eröffnen und somit wird das Album bei einigen mehrere Durchläufe benötigen, bevor es zünden kann.
Meiner Meinung nach ist es das Album aber durchaus wert, ihm noch einen zweiten oder dritten Durchlauf zu gönnen und besonders Fans von Watain, älteren Behemoth, älteren Satyricon oder Marduk sollten mal genauer hinhören.

Anspieltipps: Inner War, The blind Sin Hunter, Eyes ov Gods, …and nothing is endless

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