Review: GHØSTKID – GHØSTKID

Release: 13.11.2020

Genre: Electronic, Industrial, Metal, Metalcore, Trancecore

Spieldauer: 42:30 Minuten

Label: Century Media/Sony Music

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Bandmitglieder:

Gesang – Sebastian (Sushi) Biesler

Gitarre – Danny Güldener

Bassgitarre – Stanislaw Czywil

Schlagzeug – Steve Joakim

Tracklist: 

  1. FØØL
  2. START A FIGHT
  3. SHARKS
  4. DRTY
  5. THIS IS NØT HØLLYWØØD (feat. Timi Hendrix)
  6. YØU & I
  7. SUPERNØVA (feat. Marcus Bischoff of Heaven Shall Burn)
  8. CRØWN (feat. Mille Petrozza)
  9. CØLD WØRLD
  10. ZERØ
  11. THIS IS NØT HØLLYWØØD (feat. Johnny 3 Tears of Hollywood Undead)

GHOSTKID Album Cover

Ja, ich gebe es zu: Auch ich habe Anfang des Jahres einen kleinen Schock erlitten, als Eskimo Callboy und dessen Frontmann Sebastian “Sushi” Biesler aus heiterem Himmel bekannt gaben, in Zukunft getrennte Wege zu gehen. 

Dass dieser Gedanke allerdings bereits seit längerem in Sushis Kopf herumschwirrte, gestand er in einem Instagram Live Video, in dem er seinen Followern direkt von seinem neuen Soloprojekt erzählte. Zwar wurde hier der konkrete Name noch nicht veröffentlicht, Einblicke in sein neues Abenteuer gab er dennoch preis. Etwa, dass er sich auf die Reise zu seinen musikalischen Wurzeln begeben hat und das neue Projekt deutlich düsterer und mystischer werden soll.

Doch er geht diesen Weg nicht allein. Unterstützung erhält er von Drummer Steve Joakim, Danny Güldener an der Gitarre und Stanislaw Czywil am Bass. Letztere sind dem ein oder anderen vermutlich aus To The Rats And Wolves bekannt. 

Für das Album lud Sushi allerdings noch einige bekannte Gastkünstler ein, wie Timi Hendrix von Trailerpark, Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn, Mille Petrozza von Kreator und Johnny 3 Tears von Hollywood Undead. Große Namen für ein Debut. Kein Wunder also, dass das Debut Album von GHØSTKID eines der heiß ersehntesten Releases in 2020 ist. Produziert wurde die Scheibe übrigens von keinem geringeren als  Sky van Hoff, der unter anderem an Alben von Rammstein und Emigrate beteiligt war.

Die erste Single “START A FIGHT” erschien schon am 07.08.20 und heimste bereits viele positive Kommentare und Rezensionen ein. Mit seinen Dancecore Einflüssen und dem mitreißenden Chorus erinnert der Song ein wenig an gute alte Eskimo Callboy-Zeiten.  Achtung Ohrwurmgefahr!

Trotz allem schwingt eine aggressiv-düstere Stimmung mit, die nicht zum Schluss auch durch das Musikvideo untermalt wird. 

Das Album selbst wird eröffnet von FØØL. Ein epischer Opener mit gewaltigen Chören im Refrain und Metal-Geballer. Eine “OHO-OHO”-Mitsing-Passage gibt es auch – wie gemacht für hoffentlich bald wieder stattfindende Live-Konzerte!

Im bereits veröffentlichten Song SUPERNØVA wird Sushi von Marcus Bischoff, Frontmann von Heaven Shall Burn unterstützt. Allerdings kommt dem Gast hier keine kleine Nebenrolle zu, wie man es oft von Features kennt. Die aggressiven Screams des Sängers kommen im Refrain sowie in der Bridge zur Geltung. Eine wahnsinnig gelungene Kollaboration.

YØU & I ist der Lovesong der Platte. Instrumental hört auf den ersten Blick klare Goth-Tendenzen, der Gesang dagegen ist im Refrain clean und äußerst gefühlvoll.

In doppelter Ausführung ist der Song THIS IS NØT HØLLYWØØD zu finden. Wenn man genau hinschaut, erkennt man auch woran das liegt: Version 1 ist ein Rap-Feature mit Timi Hendrix von Trailerpark. Version 2 dagegen wird vom Feature von Johnny 3 Tears von HOLLYWOOD UNDEAD geprägt. 2 Unterschiedliche Interpretationen, die absolut hörenswert sind. 

Etwas langsamer geht es bei CØLD WØRLD zu. Hier werden wieder eher die zarten Töne angeschlagen.

“I feel like a stranger, empty faces. Empty hearts in empty places. Lost on the Sidewalk, million paces searching for a soul in this cold world.”

Melancholischer Herzschmerz, der einem tief in die Knochen kriecht. Wer den Song hört, wird verstehen was ich meine. 

Der düstere Stil des Albums zieht sich konsequent durch alle Tracks. Die heitere Stimmung, die man noch aus Eskimo Callboy Zeiten kennt, hat hier nichts mehr verloren. Einzig und allein der moderne, elektronische Sound, die eingängigen Elektroparts und die Breakdowns wecken kleine Erinnerungen an längst vergangene Tage. Viel tiefgründiger und dramatischer geht es bei den verwendeten Texten und Motiven zu. Für das was Sushi zu sagen hat, kämpft er sich nach und nach durch mehrere Genreschichten hindurch und lässt sich dadurch in keine Schublade stecken.

Ghostkid Promo Foto

Wer nicht nur streamt, sondern auch gerne etwas Schönes in der Hand hält, wird von der neuen GHØSTKID Scheibe nicht enttäuscht. Schaut man sich das wertig aufgemachte Digipak mal von innen an, entdeckt man schnell das von Sushi handgezeichnete Booklet samt Lyrics. On Top erhält man noch den integrierten Bügelpatch mit Motiv des Albums. Darüberhinaus gibt es die Vinyl in den 3 wunderbaren Farben Schwarz, Türkis und einem zarten Rosa. Ein echter Hingucker.

Fazit

Freitag der 13. diesen Jahres ist wohl ein ganz besonderes Datum für Sushi. Sein langersehntes Debut-Baby erblickt das Licht der Welt. Dass dieses aber kein gewöhnliches Album Debut ist, sollte jedem klar sein, denn er ist längst kein Anfänger mehr. In jedem Song wird die Erfahrung deutlich, die Sushi und seine Bandkollegen in den letzten Jahren in unterschiedlichen Projekten gesammelt haben.

Viele einzelne Elemente, Stilrichtungen und Genres werden hier zu einem großen Ganzen verbaut – Ein ganz besonderes Album auf wahnsinnig hohem Niveau. Man hört deutlich, dass es die beste Entscheidung war, die Sushi hätte treffen können: Nämlich seinem Herzen zu folgen und GHØSTKID Leben einzuhauchen.

Persönlicher Anspieltipp: SUPERNØVA, YØU & I, CØLD WØRLD

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