Review: Gaerea – Limbo

Erscheinungsdatum: 24.07.2020

Label: Season Of Mist

Genre: Cathartic Black Metal

Spieldauer: 51:44

Tracklist:

  1. To Ain               11:15   
  2. Null                    6:01     
  3. Glare                7:15     
  4. Conspiranoia 9:15     
  5. Urge                  4:49     
  6. Mare                 13:11

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Heute betrachten wir das Werk einer Band, die mir selbst erst vor ein paar Tagen aufgefallen ist und mich direkt so überzeugt hat, dass ich mich unbedingt mit der am 24.07. bei „Season Of Mist“ erscheinenden neuen CD „Limbo“ beschäftigen wollte.

6 brandneue und mächtige Ansagen wie man es sich von Black Metal wünscht und Überlängensongs, wie es für atmosphärischen Black Metal üblich ist.

„To Ain“ heißt das erste Stück und stellt direkt den perfekten Auftakt dar, für alles was noch folgen wird. Ein langsames und stimmungsvolles Vorspiel, bevor es in dem über 11 Minuten langen Song richtig zur Sache geht. Dieses Wechselspiel zieht sich nun auch durch den gesamten Song und wird noch von sehr überzeugend gehauchten Screams untermalt. Obwohl dies genau betrachtet dann bei der Länge etwas stumpf wirken mag, trübt der Schein. Denn man stellt dauerhaft fest, dass der Drummer sein Handwerk beherrscht und raffinierte und gekonnte Akzentuierungen setzt, die die Musik sphärisch und interessant  gestalten.

Beim zweiter Song der Portugiesen, „Null“ kommt das narzisstische und selbstzerstörerische Konzept voll zur Geltung. Der Song startet direkt bei 100% und voll aufs Fressbrett und beschreibt den inneren Kampf von Selbsthass und Weltenschmerz, bei der Wahrnehmung und Realität von den Grenzen immer weiter auseinander treibt.

 Mit „Glare“ geht es wieder voll zu Sache und nur wenige Passagen bei denen die Bassdrum nicht durchhämmert, sollten das Herz jedes Schwarzmetalers höher schlagen lassen. Depressive Melodien und brachiale Härte treffen hier aufeinander und schaffen eine sehr emotionale Tiefe, die so verpackt jeden Zuhörer mitreisen sollte.

„Conspiranioa“ welch schönes Wort. Wenn Verschwörung sich im Wahn vereint. Kopfüber in den Untergang zu stürzen gegen die Menschheit, präsentieren Melancholie in ihrer reinsten Form und treffen genau den Zahn der Zeit. Zur Abwechslung baut dieser Song sich sehr langsam auf, was ihm jedoch keinen Abbruch tut und man wird knapp über 3 Minuten musikalisch komplett in das Stück gezogen, bis es richtig zur Sache geht und der Gesang einsetzt. Eine Atmosphäre, von der man sich einfach tragen lassen muss und die die knapp 9 Minuten zu einem Fest der Sinne machen, wenn sich das gehörte im Geist vereint.

Mit 4:49 Minuten kommt anschließend der „kürzeste“ Song des Albums, der aber immer noch länger als der Durchschnitt laut GEMA ist. „Urge“ wurde es betitelt und legt noch einmal vollste Härte an den Tag, bevor das letzte Stück der Scheibe folgt. Kompromisslos, aggressiv, brachial und doch mit der inzwischen gewohnten Atmosphäre im Hintergrund. Ein Song zum Abgehen, Trainieren oder völlig Eskalieren, fasst eigentlich alles zusammen was hier geboten wird.

Mit dem Wort „Mare“ kam ich das erste Mal in Kontakt, als gleichnamiges „Kampfar“ Album erschien. Da es im sprachlichen Ursprung jedoch sehr viele verschiedene Auslegungen und Ursprünge gibt, weiß man ja nie was wirklich Sache ist. „Gaerea“ startet mit diesem letzten Titel einen von den Lyrics her psychodelischen Trip zwischen inneren Dämonen und Naturgewalten, die in der eigenen Vorstellung aufeinander treffen. Nostalgie blickt in die Zukunft und wieder zurück. Dieser Epos erstreckt sich mehr als 13 Minuten lang und vereint zum Abschluss noch einmal alles, wofür die Band steht und was sie in den Liedern davor unter Beweis gestellt haben. Mehr als ein Ausklang oder ein gelungenes Ende. Es stellt ehr noch ein eigenes Kapitel des „Limbo“ Zyklus dar.

Fazit: Gaerea, welche neu im Stall „Season Of Mist“ angekommen sind, sollte sich jeder einmal zu Gemüte führen der auf harte und atmosphärische oder auch negative Musik steht. Fans von MGLA, UADA oder Boötes Void werden auf jeden Fall begeistert sein. Eine Band mit ganz viel Potential, schnell in aller Munde zu sein und von der ich es kaum erwarten kann, sie mal live auf der Bühne zu sehen. Denn was bereits als Konzept optisch auf Pressefotos oder in den vorab veröffentlichten Videos zu „To Ain“, „Conspiranioa“ und „Null“ zu sehen ist, macht neugierig, Lust auf mehr und wirkt sehr gelungen. Und mit „Limbo“ sollten hier auch die ersten Durchbrüche kommen. Black Metal der Neuzeit vom allerfeinsten, der jedem nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann, der sich dem Genre zugehörig fühlt.

 

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