Night of Light – Eine Branche steht am Abgrund.

Ja, die Veranstaltungsbranche ist ein schwieriges Thema in der jetzigen Zeit. Sie bäckt kein Brot, sie pflegt keine Kranken und doch ist sie nicht Irrelevant!

In der Veranstaltungswirtschaft arbeiten alleine in Deutschland über 1 Million Menschen und erwirtschaften über 10 Milliarden Euro pro Jahr! Das ist kein kleiner Beitrag zur deutschen Wirtschaft.  Und eben diese Brache setzte in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020 von 22 bis 1 Uhr Nachts ein Zeichen, indem sie unter dem Banner der Aktion “Night of Light” über 9.000 Gebäude Rot leuchten ließ. Darunter Wahrzeichen der Städte, Theater, Konzerthallen und andere Gebäude. Insgesamt beteiligten sich über 8.000 Unternehmen an dem Geschehen.

Die Veranstaltungsbranche ist nicht nur Disko und Party. Sie steht hinter dem Stadtfest, dem Flohmarkt, dem Mittelaltermarkt, den Konzerten und Festivals, Messen, Kongressen und Tagungen, Theater und Kabarett, Public viewing und so vielem mehr. Und sie zieht einen Rattenschwanz an Brachen mit, sie füttert diese. Veranstaltungen sind wichtig für Tourismus, so haben Orte zumindest einmal im Jahr größere Einnahmen dadurch. Das fehlen der Messen bedeutet einen relevanten Einbruch der Einnahmen im Hotelgewerbe und den Gastronomien, sowie bei den Ausstellern, das kann jede Art von Unternehmen sein. Durch das ausfallen der Märkte und der Stadtfeste leiden Schausteller und Imbissbesitzer. Durch das Entfallen der Konzerte und Festivals nicht nur die Veranstalter und Musiker, sondern auch die Bühnenbauer, Licht- und Tontechniker, Stagehands, Verkäufer und Zulieferer. Das ganze könnten wir noch lange so fortführen. Die Wirtschaft ist nun einmal ein eigenes Ökosystem, ist eine Branche so sehr zurückgedrängt, hat es auch Auswirkungen auf andere, warum lässt man diese so außer acht?

Mittlerweile dürfen Veranstaltungen stattfinden, unter gewissen Auflagen: Mund- und Nasenschutz, Abstand von 1,5 Metern in Jeder Richtung, trinken darf man nur an seinem Platz und im Falle von Konzerten muss der Sänger oder die Sängerin hinter einer Plexiglasscheibe stehen. Zudem gibt es Besucherbegrenzungen die fernab von gut und böse sind. Unter diesen Umständen können manche Locations nicht einmal zu 1/8 ausgelastet werden, man darf also arbeiten, es ist aber wirtschaftlich nicht sinnvoll und umsetzbar. Damit diese Veranstaltungen sich tragen könnten, müssten Preise um ein vielfaches erhöht werden und wären das, was sie nicht sein sollten: Luxusgut. Und das darf Kultur auf keinen Fall werden!

Hingegen kann in jeder Stadt ein jeder Passant ohne Mund und Nasenschutz hustend 30cm an einem entfernt vorbeilaufen, in Parks sich beliebig viele Leute treffen und Demonstrationen die für 200 Leute genehmigt wurden am Ende mit mehreren Zehntausenden Demonstranten zu kämpfen hatten, mitten in der Corona Kriese. Es kursieren Bilder von vollen Innenstädten, keiner trägt eine Maske aber Veranstaltungen sind nicht zu verantworten.

Die Aktion zeigte mithilfe von 9135 beleuchteten Gebäuden und 8365 angemeldeten Firmen ein deutliches Zeichen, ob die Politik darauf reagieren wird, ist abzuwarten. Es bleibt nur auf das Beste zu hoffen. 

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