Lord & Schlumpfi – der lange Weg nach Wacken.

“Schnauze Schlumpfi!” Den Ausruf dürfte der geneigte Youtube Zuschauer bereits kennen. Zumindest der Zuschauer mit einer Affinität zu Metal Musik, Bayrischen Volksliedern und Komödien. Oder einer Affinität zu “Black Bavarian Splatter Metal”? Genau, es geht um Lord & Schlumpfi!

Lord & Schlumpfi oder Tobias Öller und Andi Rinn wie die beiden bürgerlich heißen, haben im August 2016 ihre Webserie begonnen, die Episoden kamen sporadisch etwa im 8 Monats-Takt und nachdem die letzte Episode vor nun einen Jahr online erschien war klar, es ist nicht das Ende! Vor etwa zwei Monaten wurde mit einem kleinen Trailer eine zweite Staffel angekündigt und auch das man beide Staffeln am Stück im Kino sehen könnte, Startdatum: 17. September 2020

Eigentlich vom Zeitpunkt her perfekt, nach dem ausgefallenen Festivalsommer eine Komödie über eine junge Band geht, die auf Wacken spielen möchte? Definitiv. Der Plot richtet sich an der klassischen Comedy-Formal a lá Dick&Doof, bei der zwei grundverschiedene Charaktere aufeinander treffen, das alleine bringt bereits einige lustige Momente mit sich, doch die Serie nimmt auch gekonnt die Musikindustrie, den heutigen Life-Style auf die Schippe und das sogar sehr intelligent.

Da es sich um eine Aufführung aller Folgen am Stück handelt, könnte man das ganze als einen Film ansehen, mit einer Länge von 93 Minuten auch nicht zu verachten. Dieser besteht aus allen 12 Folgen der Webserie, von der die Hälfte bereits aus YouTube bekannt ist. Kurz zusammengefasst:
Die junge “Black Bavarian Splatter Metal” Band “Excrementus Diaboli” hat sich bereits am Anfang ihrer Karriere ein hohes Ziel gesetzt: Sie wollen auf Wacken spielen! Durch den lokalen Gitarrengott Sägewerk-Sigi erfahren sie nur das sie dafür den richtigen Verbündeten brauchen.. Was das genau heißt und warum “Amazing Alpin Entertainment” für immer daran Schuld sein werden, das der Brokkoli in vielen Köpfen nur noch der Antichrist ist, erfahrt ihr bereits in der ersten Staffel auf YouTube, doch wie geht es weiter? Kommen die beiden Musiker noch auf Wacken? Was hat es mit dem betrunkenen Pfaffen auf sich? Was will das Dirndlmädel eigentlich wieder? und warum sitzt Lord im Getränkemarkt? Das und vieles mehr erfährt man in der zweiten Hälfte.

12 Folgen aneinandergeschnitten, mit allem drum und dran. Da kommen wir auch zu dem großen Manko. Was bei der Webserie noch in Ordnung ist, wird bei so einem Kinoabend sehr schnell anstrengend, das Intro und das Outro der Folge. Da es sich dabei um das gleiche Standbild mit der gleichen Melodie handelt bekommt man es an so einem Kinoabend ganze 24 mal zu sehen und das im Minutentakt, da die einzelnen Folgen gerade einmal zwischen 5 und 8 Minuten lang sind. Das reißt einen an so einem Abend sehr schnell raus, sodass man sich die aus Netflix und anderen Streaminganbietern bekannte “Intro überspringen”/”Outro überspringen” Funktion wünscht…

Auch wenn man die Hälfte bereits kennen könnte, hat die Zweite Staffel einige Überraschungen parat, führt die Geschichte aus der ersten Staffel konsequent weiter und spart nicht an Pointen. Den ein oder anderen Lacher wird man sich nicht verkneifen können, und sei es nur vor Fremdscham.
Da es sich dabei um keine Millionenschwere Produktion handelt, muss man seine Erwartungen ein wenig zurückschrauben, dafür ist die Serie mit viel Liebe zum Detail gedreht, hat eine tolle Kameraführung und ist  verdammt gut Geschnitten.

Lord & Schlumpfi sind defintiv Empfehlenswert, auch auf großer Leinwand. Jedoch sollte man sich überlegen ob man auf 1,5 Stunden alle Intros sehen möchte, wenn nicht sollte man warten bis die Folgen auf YouTube erscheinen, denn als Häppchen zwischendrin entfaltet die Webserie erst Ihre Stärken!

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