Adventskalendertürchen 24

The Jethro Tull Christmas Album

 

Release: 30. September 2003

Genre: Progressive Rock/ Folk

Spieldauer: 62:16

Label: Fuel 2000

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Tracklist:

  1. Birthday Card at Christmas
  2. Holly Herald
  3. A Christmas Song
  4. Another Christmas Song
  5. Good Rest Ye Merry, Gentlemen
  6. Jack Frost and the Hooded Crow
  7. Last Man at the Party
  8. Weathercock
  9. Pavane
  10. First Snow on Brooklyn
  11. Greensleeved
  12. Fire at Midnight
  13. We Five Kings
  14. Ring Out Solstice Bells
  15. Bourée
  16. A Winter Snowscape

Eine weitere, bekannte Rock-Band veröffentlicht ein Weihnachtsalbum. Da will mal wieder jemand die Fanschaft und die pseudochristlichen, konsumbegeisterten Vorweihnachtsshopper ausnehmen und so, zumindest mit einer goldenen Nase, seine musikalische Seele verkaufen. Wer das vor 18 Jahren über Jethro Tull gedacht hat, der hat sich, zumindest, was den musikalischen Teil angeht, geirrt. Natürlich können wir davon ausgehen, dass sich “The Jethro Tull Christmas Album” gut verkauft hat und auch zeitlich gut geplant wurde, aber bezüglich des Stiles passt es als bereits 21. Album gut in die vorherigen Veröffentlichungen. Für diejenigen, die die Band nicht kennen, gehen wir jedoch kurz vorab auf die Geschichte ein. Jethro Tull wurde 1967 von Sänger, Gitarrist und Querflöten-Spieler Ian Anderson in Blackpool an der Westküste Englands gegründet. Musikalisch sind und waren sie stets dem Progressive Rock zuzuordnen, die, wie in diesem Falle, auch nicht vor der Verwendung von Folk-Elementen zurückschreckten und das zumeist in einer großartigen Art und Weise. Mit “This Was” kam 1968 das erste Studioalbum, gefolgt von alljährlich neuen Alben bis zu “A” in 1980, ab dem erstmals das Tempo etwas runtergefahren wurde. Das wohl bekannteste und für viele Anhänger auch das beste Werk ist “Aqualung” von 1971, welches locker als eines der besten Rockalben gezählt werden kann.

Gemäß der Jahreszeit und der, mehr oder minder erwünschten, vorweihnachtlichen Stimmung hören wir heute also das “Christmas Album”. Ganze 16 Stücke und eine gute Stunde wird hier geboten, bestehend aus natürlich neuen eigenen Songs, hauptsächlich geschrieben von Anderson selbst, Neuaufnahmen älterer Lieder und bearbeiteten Covern von traditioneller Musik. Der wohl populärste TullSong auf dieser Platte ist “Bourée”, welcher auf dem gleichnamigen französischen Tanzlied und auf der bekannten instrumentalen Interpretation von Johann Sebastian Bach beruht. Dieser wurde erstmal auf dem zweiten Album “Stand Up” von 1969 veröffentlicht und für das Weihnachtsalbum neu aufgenommen. Hier zeigt sich mal wieder die große Interpretationsgabe und das Talent zum Flötenspiel von Ian Anderson. Leider kommt diese Version jedoch nicht zwingend an die ältere heran und ist entsprechend an das Konzept des Albums angepasst, um eine relativ weihnachtliche Stimmung zu erzeugen. Das gelingt auch definitiv, dazu reicht schon das Hören der darüber hinaus bekanntesten Tracks dieses Albums “A Christmas Song” und “Another Christmas Song”. Ersterer erschien ebenfalls zuvor, in diesem Fall auf der 1972er Compilation “Living in the Past”. Diese Lieder sind natürlich des Konzeptes komponiert und erfüllen ihren Job sehr gut. Für Jethro Tull als hart zu bezeichnende Tracks gibt es auf diesem Album leider nicht, aber trotzdem solche, die unter Umständen viel Spaß machen können, wenn das Genre generell gefällt. “Birthday Card at Christmas”, “Last Man at the Party” und “Greensleeved” sind Beispiele dafür.

Für TullFans zumindest lässt sich das Album sehr gut hören. Es mag nicht unbedingt das Beste von ihnen sein, aber da sie, trotz vieler Veröffentlichungen, kaum einen schlechten Song gespielt haben, verbleibt sie unter der Beschreibung einer der besten Rock-Bands. Seit diesem Album hat sich um Jethro Tull leider sehr wenig getan, doch es gibt gute Aussichten; nach 18 Jahren wird im Januar nächsten Jahres ein neues Studioalbum veröffentlicht werden, auf das wir uns freuen können. Mit “Shoshana Sleeping” wurde uns bereits eine erste Single zur Verfügung gestellt, welche zeigt, dass Anderson das Komponieren guter Musik nicht verlernt hat. Aber das überrascht wohl die wenigsten.

 

 

 

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