Das AAARGH Festival 2019 – Der Bericht

aaargh verdammt, schon vorbei!

Vom 20 bis 22.06 fand das diesjährige Aaargh Festival statt, es war nun das achte in Folge das vom „Verein Venner av Metal“ veranstaltet wurde und nun zum ersten Mal ein Ausverkauft melden durfte! Rund 750 Besucher umfasste das Festival im Westallgäu, genauer in Uttenhofen, das zu Leutkirch im Allgäu gehört. Die 750 Besucher bildeten mit den Bands und der Crew eine fast 1000-köpfige Familie, verbunden durch eine gemeinsame Leidenschaft: Metal Musik!

Das Festival ansich zeichnet sich unter anderen durch seine Location aus, einen Bauernhof mit offenem Stall, in den jedes Jahr die Bühne hineingebaut wird. Der Eingangsbereich, die Bar und die Mearch Stände stehen in einem riesigen wetterfesten Festzelt, sowie Biergartenbänke und Tische. Genug Platz also um sich etwas zur Ruhe zu setzen und etwas zu essen. Apropos Essen, das Aaargh bot dieses Jahr eine große Auswahl an Speis und Trank zu mehr als fairen Preisen. Mit Bier, Met und Cocktails, sowie zahlreichen nicht alkoholischen Getränken konnte man auf dem Festivalgelände seine Flüssigkeitszufuhr sichern und fürs leibliche Wohl wurde mit Pizza mit Wunschbelag, Wurst und Pommes, sowie vielem mehr gesorgt, auch für Vegetarier und Veganer war was dabei. Die überdachte Bühne samt Vorplatz bot bei schlechtem Wetter immerhin einigen Besuchern Schutz vor Nässe.

Was spielt auf dem Aaargh!?

Nun zur Musik, das Aaarght Festival ist ein waschechtes Metal Festival! Von Melodic Death zu Black Metal, Pagan Metal oder Grindcore gab es alles, aber auch Ausreißer aus anderen Metal Richtungen um das ganze ein wenig zu erweitern. Jedes Jahr findet eine Handverlesene Menge an Bands den Weg zur Bühne und dieses Jahr waren es wieder 21 Bands. Die Bands stammen zu einem guten Teil aus der Umgebung, einige Bands, besonders die Headliner sind aus anderen deutschen Regionen angereist und ein kleiner Anteil aus dem Ausland.

Camping

Ab Donnerstag war die Anreise aufs Festivalgelände möglich und am selben Tag ging es auch schon mit den Bands los.

Der Campingplatz des Festivals dient den Rest des Jahres als Weidefläche für Allgäuer Kühe, ist dementsprechend eine riesige, saubere Fläche, nicht ganz eben, wie es eben in der Natur ist und sollte auch genauso wieder hinterlassen werden (und Spoiler: sie wurde es!). Auf dem Campinggelände waren nicht nur Busse, Camper und Zelte, sowie ihre menschlichen Bewohner anzutreffen, auch einige Vierbeiner bewohnten mit ihren Herrchen und Frauchen das Campinggelände. Vom kleinen Yorkshireterrier bis zur deutschen Dogge, ein witziges Bild. Die Kühe der Nachbarn ließen sich ab und an auf der Weide nebenan blicken, so wie man es sich im Allgäu vorstellt!

Bands am Donnerstag:

Den Anfang machten S.C.U.T (Snuff Cleaning Up Team) aus Ravensburg. Die Band sorgte zu Beginn des Festivals für gute Stimmung mit starkem technischem Death Metal! Man muss sagen, das bei kaum einem Opener auf einem Festival bereits so viel los war, wie bei den Jungs, Respekt.

Als zweiter Act des Abends spielten Skeleton Pit aus Aalen auf die Bühne und führten die von S.C.U.T begonnen wurde, die Band spielt relativ modernen Thrash Metal und das nicht schlecht. Beim Publikum kam da ganze super an, ein voller Erfolg für die Jungs!

Mit Darkfall kamen auch der Besuch aus Österreich auf die Bühne! Die Band besteht nun seit mehr als 20 Jahren und hat in dieser Zeit leider nur 2 ganze Alben veröffentlicht. Dafür bringen die Musiker um Sänger Thomas Spiwak einiges an Erfahrung mit.
Die Band ist auf dem Aaargh lange erwartet, schon für das letzte Jahr war die Band bestätigt und musste leider aus privaten Gründen kurzfristig absagen, nun freute es die Band und die Fans noch mehr das sie noch eine Chance bekamen auf dem Festival im Allgäu zu spielen. Am Ende des Sets wollten die Rufe nach Zugabe nicht verstummen, und so spielte die Band den “Song mit dem Kuschelintro” als Zugabe nochmal.

Mit Evertale fand auch etwas Power Metal platz auf dem Festival. Brutal Power Metal um genau zu sein. Die Band aus Offenburg beschäftigt sich mit den üblichen Power Metal Themen, ist dabei jedoch um einiges schneller und härter und das Gefällt dem Publikum.

Zu guter Letzt spielten Revel in Flesh zum Tagesabschluss. Die schwäbische Death Metal Band machte den abwechslungsreichen ersten Tag komplett und führte mit Sicherheit zu einigen Nackenschmerzen am Tag darauf.

Alle Bilder vom Donnerstag findet ihr hier.

Bands am Freitag

Bereits am Morgen merkte man auf dem Campingplatz eine Veränderung, es wurde umgebaut. In der Nähe der Sanitäranlagen, etwa in der Mitte des Campingplatzes wurde aus Europaletten und einem Pavillion, eine kleine Bühne aufgebaut.
Pünktlich um 13:30 begannen ALL WILL KNOW ihr Akustik Set. Die Besucher, ganz gemütlich mit Campingstühlen und eigenem Bier ausgestattet waren bereits Zahlreich erschienen oder lauschten aus den umgebenen Camps der Musik, die sie später noch einmal in der originalen Metal Variante, auf der Bühne erwarten würde. Da die Band in Ihrem Akustik Set auf den Sänger Steve(Growls) verzichtet, wurde dieser im Publikum platziert um den Spaß zu filmen. Während die Besucher den Liedern wie Behind your Mask und Age of Paranoia gemütlich ein Bier tranken, lehnte Steffen das gereichte Bier ab und erklärte, das er als Hesse nur Apfelwein trinke. Was er nicht wusste, einige Besucher hatten auch Apfelwein da und reichten diesen kurzerhand an die Band weiter.

Freitag Morgen wurde die Bühne wieder vom Biest heimgesucht. Einige Besucher dürften ihn noch von seinem Auftritt mit Skelfir im Vorjahr kennen, diesmal war er mit Helgrindur dort. Die Band brachte auch die Leute zum Mitmachen! Das Pubikum ruderte bei dem Lied „Aufbruch“ und die Band veranstaltete ein Wetttrinken unter den Fans, die damit Merch gewinnen konnten. An dieser Stelle war auch unser Fotograf, Matthias am Mittrinken und belegte Platz 3. 😉

Und nun mit ihrer regulären Show: ALL WILL KNOW!
Die Darmstädter Band kam an dem Tag nun zum zweiten Mal auf die Bühne und spielten die Songs vom Vormittag in ihrer Metal Variante, sowie einige weitere. Viel wichtiger dabei anzumerken: Während die Jungs spielten, standen zwei Jungen vor der Bühne die sehr viel Aufmerksamkeit von den Musikern genießen konnten, denn sowohl Jan, als auch Steve haben mehrfach auf die Jungs reagiert und alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß dabei.

Weiter ging es etwas aufgedrehter mit Insanity Alert. Die Band die ihre Musik als „Crossover Party Thrash“ bezeichnet sorgte wieder für eine riesige Party auf und vor der Bühne! Die Band hat für Ihren Auftritt Styroporschilder vorbereitet mit Textteilen, die sie auf der Bühne hochhielten und dann entweder zerstörten oder den Fans zum Zerstören zuwarfen. So passierte es das Besucher in diese Schilder bissen. Auch ein Maskierter kam auf die Bühne um mit der Band performte.

Obscurity waren wohl die Band des Festivals, auf die sich die meisten gefreut haben, denn seit Jahren hat sich diese Band nicht mehr in Süddeutschland sehen lassen. Die Band aus dem Bergischen Land hatte zuletzt erst einen größeren Besetzungswechsel, so daSs nun auch zwei viel jüngere Musiker bei der Band mitmischen. Das Ganze bringt frische in die Vikingerband und kam bei dem Publikum auch gut an. Die Band nahm sich zudem raus auch einen tapferen Krieger aus dem Publikum auf die Bühne zu holen, an dieser Stelle liebe Grüße an den lieben Simon!

Nach dem ganzen Metal ging es nun mit Grind weiter, Goatgrind um genau zu sein, Milking the Goatmachine! Und wo die Ziegen sind, ist auch eine riesige Party! Die Auserirdischen aus dem Planeten Goatborg haben scheinbar auch ein paar Artgenossen mit ins Allgäu gebracht, denn man sichtete einige dieser Gestalten auch im Publikum. Man kann behaupten das einige anschließend nach dem Konzert einen etwas steifen Nacken hatten. 😉
Kleine Anekdote am Rande, nach dem Auftritt wollte ich nur einen Kaffee im Camp trinken gehen, aber die Milch war nicht da..

Auch wenn manche Helrunar dem Pagan Metal zuordnen wird, merkt das Publikum, dass diese Band stark vom norwegischen Black Metal beeinflusst ist. Aus gutem Grunde gilt die Band als eine der führenden Black Metal Bands in Deutschland. Der raue Gesang Ihres Sängers bildet eine Abwechslung zu den Screams, die man sonst in dieser Musik findet, und schafft eine düstere Stimmung. Insgesamt ein starker Auftritt, von einer Band die man doch eher selten zu Gesicht bekommt.

Und zur guter Letzt kaperten die Jungs von Lagerstein die Bühne! Mit der SS Plunderberg nach Europa geschippert sind Sie, um die Bühnen unsicher zu machen und den Alkoholkonsum des Publikums zu steigern! Bei Lagerstein dreht sich alles ums trinken, die Band trinkt auf, hinter und vor der Bühne und von wo wir das wissen… Dazu sag ich lieber nichts. Die Jungs um Captain Gregarrr sorgten für eine nette Abwechslung auf der Bühne und (an dieser Stelle eine Frage an den Veranstalter, wie viel Alkohol wurde während des Lagerstein Auftritts eigentlich verkauft) sicher wurde auch das ein oder andere Bier gekippt und das manchmal aus dem Schuh(ja, richtig, Schuh. Lecker, oder?) und manchmal aus dem Trichter. Man verzeihe mir an dieser Stelle diese Anekdote. Aber da geht man, nichts ahnend hinter die Bühne, um sich das Spektakel in Ruhe anzuschauen und dann kommt Niel (der nette Junge Mann in Lederhosen) auf die grandiose Idee, alle die im Backstage waren auf die Bühne zu holen zum Feiern. Und so führe es dazu das auch wir mal auf der Lagerstein Bühne getrichtert wurden.

Alle Bilder vom Freitag findet Ihr hier.

Bands am Samstag:

Mit The Phobos Ensemble spielte zu früher Stund eine wirklich musikalisch anspruchsvolle Band. Die vierköpfige Band spielt eine Art „Freestyle Metal“ eine Mischung aus Thrash, Death und Prog und waren vielleicht etwas zu anspruchsvoll für diese Uhrzeit.. Schade.

Bei Scarsign ging es dann etwas „grooviger“ zu, die fünfköpfige Band sorgte für etwas Bewegung unter den leider noch immer zu wenigen Metalheads vor der Bühne.

Weiter ging es mit der wohl insgesamt jüngsten Band des Festivals:Free Section die im Gegensatz zu den Bands davor den Platz gut füllten, denn die 4 Jungs im Teenie Alter spielten einige Cover-Songs, sowie eigene Lieder und bei einigen Songs fing Sänger Raoul sogar an zu growlen! Die Band hat wahrscheinlich noch eine große Zukunft vor sich, wir bleiben gespannt!!

Wenn man den Bandnamen Battlesword so liest, denkt man zuerst an sowas wie Power Metal oder vielleicht Pagan? Wer das nicht vorher weiß bekommt sehr schnell eine geballte Ladung Melodic Death Metal in die Fresse! Die Jungs spielen bereits seit 20 Jahren und haben es Richtig drauf. Die Leute vor der Bühne können sicherlich von Nackenschmerzen im Nachhinein berichten.

Anschließend ging es etwas atmosphärischer zu mit Enisum. Die Band aus Frankreich stimmte etwas melancholischere Töne an, gepaart mit aggressiven Gesangparts. Die Fans waren begeistert, was sich auch an den zahlreichen Besuchern vor und neben der Bühne zeigte, ein durchkommen war kaum möglich. Nach zwei anstrengenden Tagen kann diese Art von Musik schon sehr entspannen. Nach knapp 45 Minuten war das ganze leider zu Ende, die Fans hätten sich über ein längeres Set gefreut.

Nachdem es grade erst Besuch aus dem westlichen Frankreich gab, kam nun aus den östlichen Gefielden Deutschlands nun Gernotshagen auf die Bühne. Die Band hat im Dezember letzten Jahres bekannt gegeben das sie an einem neuen Album arbeiten und auf dem Aaargh gleich zu Beginn ihres Sets ein neues Lied spielten. Man muss sagen, dass egal wo Gernotshagen auftreten eine besondere Stimmung herrscht, Ihre Musik ist eine Wucht aus Eindrücken und der Dreistimmige Gesang Askans ist wahrlich beeindruckend. Neben „Dem Skimir zu ehren“, „Frayas Schoss“ und „Weltenbrand“ spielen die Thüringer zwei weitere neue Lieder und steigerten die Spannung auf das kommende Album bei den Fans.

Ein Stil Break kam nach den beiden eher atmosphärischen Bands auf die Zuschauer zu:Walking Dead on Broadway. Mit energiegeladenen Deathcore brachte die Band die Menge zum toben. Ein auf und ab der Gefühle.

Und wer jetzt endlich nach dem Gelage mit Lagerstein am Vortag mal wieder halbwegs nüchtern zu sein glaubte, hatte die Rechnung wohl ohne Tankard gemacht. Die Frankfurter Band war dieses Jahr der Headliner des Festivals und dementsprechend voll war es vor der Bühne. Die Band sorgte für mehr als gute Stimmung und machte den Zuschauern unglaublich viel Spaß, kaum eine Band ist nach so vielen Jahren noch so energiegeladen auf der Bühne.

Und zu guter Letzt spielten auch wieder Silverbacks öf Death beim Aaargh Festival. Die Aaargh Hausband hat auf dem Festival Ihre eigene Geschichte und sorgt zum Ende des Festivals nochmal für ein Art Familiengefühl. So gehen bei derem Auftritt auch mal wieder „Ein paar Bier aufs Aaargh“ und es fanden sich die Crew, andere Musiker und die Presse auf der Bühne.

Alle Bilder vom Samstag findet Ihr hier.

Fazit

Das Aaargh Festival war dieses Jahr zu Recht ausverkauft! Eine vielfältige Bandauswahl, faire Preise und vor allem ein unglaublich familiäres Gefühl machen das Festival zu etwas ganz Besonderen. Wenn man Metal mag und in gewisser Weise offen ist für neue und unbekannte Bands, dann ist das Festival genau das Richtige! Wir wünschen dem Aaargh Team nur das beste und hoffentlich bis zum nächsten Mal!

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